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West-Nil-Virus (WNV), West-Nil-Fieber

Impfschema:
Grundimmunisierung:    1. Impfung: ab einem Alter von 6 Monaten
2. Impfung: 3-5 Wochen später

Wiederholungsimpfungen: alle 12 Monate

Vorteile der Impfung:
Es besteht bereits 3 Wochen nach der ersten Impfung ein gewisser Schutz (Sicherheitshalber sollte Grundimmunisierung vier bis sechs Wochen vor Verbringen in Endemiegebiet abgeschlossen sein!). Zudem besteht eine unbedenkliche Anwendung bei tragenden und laktierenden Stuten. Geimpfte und infizierte Tiere sind labordiagnostisch zu unterscheiden.

Allgemeine Informationen:

Das West-Nil-Virus ist weltweit verbreitet (v.a. USA, aber auch Europa) und ist vor allem von Juli bis Oktober von Bedeutung. Der Erreger ist ein sogenanntes Flavivirus/Arbovirus, welcher folgende Übertragungswege zeigt:
    
        infizierter, nicht unbedingt klinisch kranker Vogel (Sperlingsvogel, Ente, Gans usw.)
      
                                                          ↓↑

                                       infizierte Stechmücke (v.a. Culex)

                                    ↓                                      ↓        
            
                                Mensch   ←  Keine Übertragung möglich  →   Pferd

Es ist weder eine Übertragung von Pferd zu Pferd, noch von Mensch zu Mensch möglich. Die Übertragungswahrscheinlichkeit beträgt eine Infektion auf 30.000 Stiche und die Inkubationszeit (d.h. Zeitraum von Infektion bis zu sichtbare Erkrankungssymptomen) 3-15 Tage.

Beim Vogel handelt es sich meist um eine inapparente Infektion (d.h. infiziert ohne klinische Symptome). Beim Menschen und beim Pferd können sich Fieber, Appetitverlust, Depression, neurologische Defizite (Schwäche in der Hinterhand, Koordinationsstörungen bis hin zu Lähmungserscheinungen, Sehstörungen, Ataxie, Abstützen des Kopfes, zielloses Umherlaufen, Krämpfe, epileptische Anfälle, Schluckstörungen, Übererregbarkeit und sogar komatöse Zustände als mögliche klinische Symptome präsentieren. 10 Prozent der infizierten Pferde zeigen neurologische Störungen, 20-57 Prozent dieser Pferde sterben sogar am West Nile Virus.

Die Diagnose am lebenden Pferd ist sowohl über einen direkter (PCR  im Blut (Serum)/ Rückenmarksflüssigkeit oder anderen Geweben) als auch über einen indirekten Nachweis (Serologie (ELISA) im Blut (Serum) / Rückenmarksflüssigkeit) möglich.

Als prophylaktische Maßnahmen ist vor allem die Vermeidung von Stechmücken zu nennen. Weideaufenthalte in den frühen Morgen- und Abendstunden sollten vermieden werden, Licht im Stall sollte nachts nicht angelassen werden, Wasser in Trögen und Behältern sollte täglich gewechselt und alle Becken, welche Wasser sammeln, beseitigt werden.

West Nile Fieber ist eine anzeigepflichtige Erkrankung, d.h. sowohl der Ausbruch als auch der Verdacht eines Infektion muss unverzüglich bei der zuständigen Behörde gemeldet werden.

 

Als Erreger der Fohlenlähme sind folgende Bakterien aus dem Stallmilieu zu nennen:

  • Actinobacillus equuli

  • Streptococcus zooepidemicus

  • Salmonellen

  • Klepsiellen

  • E. coli

  • Staphylococcus aureus

Die Infektion mit diesen Bakterien kann sowohl vor (pränatal), während (perinatal, über keimbelastete Geburtswege möglich) als auch nach der Geburt (postnatal, über Nabelinfektionen) erfolgen.

Die Fohlen zeigen eine akute Septikämie (Blutvergiftung) innerhalb der ersten 36 Lebensstunden. Oftmals werden lebensschwache Fohlen geboren. Lungenentzündung, Durchfall, neurologische Ausfallserscheinungen und geschwollene Gelenke (Polyarthritis) sind typische Symptome. Die Fohlen kommen meist dadurch zum Festliegen („Lähme“).

Insbesondere zur Vorbeugung von Infektionen nach der Geburt ist eine Kolostrumaufnahme (Muttermilch) zur Verabreichung lebenswichtiger Antikörper (Fohlen kommen ohne solchen Schutz zur Welt!) innerhalb der ersten 2 Lebensstunden wichtig.

Bedeutsam für den Behandlungserfolg ist das frühzeitige Erkennen der Blutvergiftung (Septikämie), möglichst bevor es zur Infektion der Gelenke kommt !

Als Heil- und Schutzbehandlung hat sich das Fohlenlähme - Mischserum bewährt. Es enthält Antikörper gegen Actinobacillus equuli, Salmonellen, Streptococcus pneumoniae und zooepidemicus.